21. September

Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche 

Mabon

Alles in Waage

Wie auch bei der Frühlings Tag- und Nachtgleiche läutet die Herbst Tag- und Nachtgleiche eine Wende mit einem feierlichen Höhepunkt ein, an dem der Tag und die Nacht etwa gleich lang sind und sich die Waage halten. Der kalendarische Tag kann übrigens variieren und muss nicht immer am 21.09. sein. 
Passend dazu, bricht jetzt auch die Zeit des Sternzeichens Waage ein. 
Im Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht, zwischen hell und dunkel. Wir spüren da braucht es nicht viel, damit die Dunkelheit wieder überhand gewinnt. Das Gleichgewicht ist nicht von langer Dauer, ähnlich wie wenn man nur ein kleines Steinchen in die Waagschale hineinlegt, kippt die Wage. Ab diesem Tag werden die Nächte spürbar länger und die Tage kürze. Das geht allerdings nur bis zum 21.12., an Yule die Winter-Sonnwende, hier ist der Tag am kürzesten.

Dankbarkeit

Die dunkle Jahreszeit bricht nun herein. Die Natur zeigt ihren Wandel, die Bäume verfärben sich, leuchtende Herbstfarben stechen aus den immergrünen Wäldern heraus. Auch die Spätblüher ziehen sich langsam zurück. Die ersten Kastanien können wir schon finden. Herbstfrüchte, wie Eberesche, Eicheln, Schwarzer Holunder, Brombeeren, Kornelkirschen neigen sich dem Ende zu. 
Es kommt die Zeit des Erntedanks. Wir blicken zurück, was wir zum Jahresanfang ausgesät haben, was wachsen und was weichen durfte, wir blicken auf unsere Ernte. Nun dürfen wir die Früchte, in die wir Energie und Liebesmüh gesteckt haben, geerntet werden. 
Die Aktivitäten verlagern wir von Draußen nach Drinnen. Wir ziehen uns wärmer an, die Tage sind spürbar kühler, wir schalten das Licht früher an und erhellen unsere Innenräume. 
In Bayern werden Mitte September die Kinder eingeschult. Das geht u.a. auf eine alte Tradition zurück, da auch Kinder früher bei der Ernte mithalfen, was zu einer späteren Einschulung führte.

Abschied nehmen

Irgendwie fühlt sich die Zeit immer an, als ob man etwas loslassen muss. Nicht nur, dass die Störche und andere Zugvögel gen Süden fliegen, sondern es auch eine aktive Verabschiedung des Sommers gibt. Ein Loslassen eines letzten Hoffnungsschimmers, dass doch noch ein langer, warmer Sommertag auf uns wartet. 
Ja, auch das heißt in Annahme gehen.  Sich darauf einlassen, im Vertrauen sein. Im Vertrauen sein, dass auch diese Jahreszeit ihre schöne Seiten und Zeiten hat. Sich fallen lassen und genießen. Sich aktiv dem Flow der Zeit hingeben. 
Keine andere Zeit löst bei mir eine gewisse Traurigkeit aus, wie diese. Eine gewisse Melancholie legt sich wie ein Nebel über die Seele. Was mir dabei hilft? 
Licht. Viel Licht. Möglichst viel Tageslicht. Spaziergänge am Mittag. Mittagspausen verlängere ich gerne in der dunklen Jahreshälfte. Licht in Form von Kerzen. Licht in Form von Lichterketten oder Glaslichter. Ich mache es mir gerne besonders gemütlich Zuhause, auch das erinnert mich daran, dass ich beschützt und behütet bin. Die Dunkelheit nimmt zwar draußen immer mehr Raum ein, doch diese darf auch draußen bleiben. Es ist ok, wenn die Schwere kommt, auch sie hat ihre Berechtigung. Sie darf gerne zu Besuch bleiben, darf sich vorstellen, wir können mit ihr ins Gespräch gehen. Doch dann darf sie auch wieder gehen. 

Mabon

Im Keltischen wird das Fest auch "MABON" genannt.
Mabon war der walisische Sohn der Muttergöttin Modron, der Erdmutter und Schutzherrin der "Anderswelt".
Mabon bedeutet "Großer Sohn". Sein Vater war Mellt (=Blitz), der mit seinen Blitzen die Erde befruchtet und seinen Sohn zeugte.
Es wird erzählt, dass der kleine Mabon verschwand, als er nur drei Nächte alt war. Modron, die Erde, litt darunter furchtbar.
Überall wurde nach ihm gesucht. Schließlich fanden ihn drei Tiere, Hirsch, Amsel und Eule in der Anderswelt - der Bauchhöhle der Mutter Erde.

Diese Anderswelt als Höhle oder Unterwelt ist ein verzauberter Ort, aber auch ein Ort der Herausforderung. Und nur an einem solchen Ort konnte der Sohn der Erde wiedergeboren werden als Sohn des Lichts.
Apollon, der griechische Gott des Lichts, trägt einen Beinamen, der Mabon in sich trägt: APOLLON-MAPONOS.
 Maponos bedeutet "Großer Sohn". Im Walisischen wurde aus dem "p" in Maponos einfach ein weiches "b".

Fragen zur Reflexion

  • Welche Erinnerung erfüllt dich mit voller Zufriedenheit?
  • Wo standest du noch am 01.01. und was ist in der Zwischenzeit passiert?
  • Welche Highlights gibt es?
  • Wie möchtest du noch die Zeit zur Jahreswende verbringen?
  • Wie fühlst du dich bei zunehmender Dunkelheit?
  • Spürst du eine Melancholie? Wie fühlt sie sich an? Wo im Körper spürst du sie? 
  • Wie möchtest du damit umgehen, damit es dir gut geht?